Konstitutionelle Monarchie


Die konstitutionelle Monarchie ist eine Sonderform der Monarchie. Im Allgemeinen wird die Macht des Fürsten oder Königs in dieser Staatsform durch eine geschriebene Verfassung (Konstitution) mehr oder weniger stark eingeschränkt. Es existiert in der Regel ein Parlament, das die Gesetzgebung entweder allein, oder in Kooperation mit dem Monarchen wahrnimmt. Die Ernennung und Entlassung der Regierung bleibt in manchen konstitutionellen Monarchien dem Herrscher überlassen (z. B. im Deutschen Reich 1871-1918), in anderen ist sie Sache des Parlaments (z. B. in Großbritannien). Letztere werden dann auch parlamentarische Monarchie genannt. Abgesehen von Liechtenstein und dem Staat der Vatikanstadt sind alle noch in Europa existierenden Königreiche und Fürstentümer parlamentarische Monarchien. Ihre Herrscher sind nur mehr Staatsoberhäupter mit beinahe ausschließlich repräsentativen Funktionen.


Geschichte


Die älteste konstitutionelle Monarchie im modernen Sinne ist Großbritannien. Hier ging die Legislative bereits im 17. Jahrhundert vollständig an das gewählte Parlament über, welches im 18. Jahrhundert auch die Exekutive weitgehend seiner Kontrolle unterwerfen konnte. Konstitutionelle Monarchien entstanden aber vorwiegend im 19. Jahrhundert, entweder, indem die Rechte bisher absolut regierender Fürsten durch meist nach Revolutionen, Krisen oder Umbrüchen von den Untertanen erzwungenen Verfassungen eingeschränkt wurden (z. B. Frankreich ab 1791 durch die Französische Revolution, Österreich-Ungarn nach 1866), oder durch die organische Weiterentwicklung und Modernisierung einer ständischen Monarchie (z. B. Schweden). Bei der Neubildung monarchischer Staaten (z. B. Belgien 1830) wurde im 19. Jahrhundert stets ein Verfassungsstaat errichtet. Von den Staaten des Deutschen Bundes erhielt 1816 zuerst das Großherzogtum Sachsen-Weimar-Eisenach eine Verfassung und wurde damit zur konstitutionellen Monarchie.


Schema



(Quelle: Wikipedia - Die frei Enzyklopädie)